Wer selbst schon viel in der Welt rumgereist ist, kennt das Gefühl, daß die Zeit einfach immer viel zu kurz ist und man viel zu schnell wieder in die „Arbeits-Stress-Einengungswelt“ zurück muß. Man fängt zu träumen an, daß man einmal im Leben auf eine unbegrenzte Tour gehen möchte und man grübelt, wie man das finanziell usw. bewerkstelligen kann. Berieselt von den Parolen der Medien, die alle braven deutschen Staatsbürger nachplappern, hat man natürlich `ne scheiß Angst, danach in der „Gosse“ zu landen.
So von wegen arbeitslos, ohne Dach überm Kopf, zahnlos und verwahrlost im Alter ohne die wohlverdiente Rente dahinzukrebsen .
Na und..... und wenn man gar nicht so alt wird?..... wenn man schon vorher an all dem Alltagsstress und dem tollen „Freßwohlstand“ kreppiert?... Pech gehabt!

Es gibt `nen Spruch, der uns aus der Gedankenmisere rausgeholt hat:
Du kannst nicht wählen wie Du stirbst und wann, aber Du kannst bestimmen, wie Du lebst-JETZT !!

Uns geht es in erster Linie nicht um das Drücken vor der Arbeit (haben ja schließlich beide schon Jahrzehnte brav geackert ohne zu klagen) oder all den gesellschaftlichen Verpflichtungen, nein. Denn wir sind absolut aktive Zeitgenossen und werden uns bestimmt auch auf so einer Reise nicht auf die faule Haut legen und wo man vielleicht unsre Hilfe brauchen kann mit zupacken.
Uns geht es hauptsächlich darum, mal wieder richtig Luft zu holen, sich auf das Wesentliche in und um uns zu reduzieren, die Menschen mal relaxter zu sehen und einfach mal ausprobieren ob wir mit einem Leben mit täglicher Ungewissheit, was morgen auf einem wartet auch gut zurecht kommen. Spontane Entscheidungen, Herausforderungen in Extremsituationen, mal ganz andere Lebenskultur mitleben und natürlich die Natur, das macht doch das Leben erst interessant. Nicht die Schlange im Supermarkt und der Streit um den Parkplatz oder das morgentliche Mitschwimmen in der Rush-Hour sind wertvolle Lebenserfahrungen, oder?!
Wir wollen wirklich mit allen unseren Sinnen gefordert sein um das eigene Leben zu organisieren und voranzukommen.

Da gibt's übrigens noch so einen Spruch:
Niemand weiß, was in einem steckt, solange er nicht versucht hat, es heraus zu holen.

Und auf dem Sofa vor der Glotze passiert in der Hinsicht bestimmt nichts.
Als uns erst einmal klar war, daß wir unser Leben ändern wollen, mußten wir uns noch klar werden, wie bzw. wo....

Auf mehreren Fernreisen haben wir uns schon so einige Länder ansehen können.
Thailand, Karibik, Marokko, USA.....

Die asiatische Kultur ist wirklich nicht zu verachten und die karibische Lockerheit ganz verlockend, aber am besten hat uns bei allem immer die Natur gefallen, wenn sie absolut unterschiedliche Landschaften hervorbrachte und vor allem „unendlich“ und einsam erschien.
Als wir dann noch die Bilder von all den unterschiedlichsten und fantastischsten Landschaften in Südamerika sahen, und Jürgen außerdem schon als kleiner Steppke Holzfäller in Kanada oder Alaska werden wollte stand es für uns fest.....
...die Panamericana muß es sein. Von Feuerland bis Alaska... wir glauben eine genialere Route für uns gibt es nicht!!!
Dann ging's erst richtig los... Bücher über Bücher, ne ganze Kleiderschranklänge (2,80 m), hochkant!!! Und alles gelesen. Ob mit dem Fahrrad oder Motorrad, mit VW-, Mercedes-, sonstwas-Bus alles haben wir in vielen schlaflosen Nächten durchgeackert.
Jürgen wär ja bestimmt insgeheim gern mit dem Fahrrad losgezogen (nachdem er den Tourmalet so tapfer bezwungen hat), aber ich als Weib brauche ein Mindestmaß an „Luxus“ und außerdem finde ich es toll, wenn man sein eigenes kleines Heim immer im Schlepptau hat. Keine Probleme mit fremden Läusen und Mäusen....
Die Klobrille nur mit den eigenen Bazillen bestückt und der Bettwäschenmief so kuschelig heimelig.

Also dann noch das entsprechende Gefährt angeschafft, was uns praktisch fast direkt vor die Füße gesprungen ist, und das langgehegte, schön nach deutscher Art hergerichtete, Häusle verscheuert und alle Voraussetzungen waren da....
Die heißgeliebte Arbeit schweren Herzens aufgeben und die liebe Verwandtschaft mal eben kurz schocken waren dann die weiteren harten Hürten, die zu bewältigen waren.
Natürlich würden uns auch die freundschaftlichen „Gelage“, so a la Grillen am Lagerfeuer im Gartenhäuschen und so manches Metall-Rock-Festival mit Gemeinschafts-Head-Bangen sehr, sehr fehlen! Aber, und das ist mal ausnahmsweise ein Segen des heutigen Fortschritts, dank Internet können wir zumindest ein bisschen mit dabei sein und dieser Trost hat auch die letzten Bedenken weggewischt.

Was soll uns jetzt noch halten? Es gibt viel zu erleben, packen wir es an.........

Und zum Schluss noch ein schlauer Leitspruch für die Reise selbst:
Man sollte das Beste hoffen, auf das Schlimmste gefasst sein und es einfach nehmen wie es kommt.
... und... ob eine Sache gelingt, erfährst Du nicht, wenn Du darüber nachdenkst, sondern wenn Du es ausprobierst.

Wenn Ihr unsere Seite weiterverfolgt werdet Ihr es ja mitbekommen, wie die ganze Sache ausgeht... viel Spaß !!